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Christrose Foto Naemi Reymann

Textarchiv Veröffentlichungen, z.B. für »AGD viertel« und AGD-Webseite

Design punktet! Welche Wettbewerbsvorteile Design den Kunden bringt zweiviertel 2012

Folgende Texte waren bis zum Relaunch auch auf der AGD-Webseite abrufbar:

Nachhaltiger Messeerfolg in Köln - AGD @ ökoRAUSCH 2012
(mit AGD bei identify Ausstellung bei der ökoRausch im Rautenstrauch-Joest Museum Köln Blog camera-curiosa / Kulturserver PDF Icon für Download Objektinformation »green it«

Nachlese ökoRAUSCH 2011 – AGD präsentiert nachhaltiges Design
AGD-Charta Gruppenausstellung auf der ökoRausch — Messe für Design mit Bewusstsein (mit meiner Arbeit»Blaues Gold«) Barthonia Forum Köln 09/2011

Mehrwert statt Müll – »Sustainable Packaging 2012« AGD aktuell 08/2012 (jetzt emieco-Blog)

Kompendium der Bildstörungen beim analogen Video Rezension AGD-Seite und film & video 02/2013 BDFA Webseite Scheidegger & Spiess Presse-Echo (Verlagsseite)

Hommage an Wilhelm Deffke, den Pionier des modernen Logos 12/2013
Artikel AGD viertel — Rezension Buch & Ausstellung (jetzt Kopfweide-Blog) BDF Berlin

T.A.I.B.: Naemi Reymann und ihr »green sustainable Design« 07/2010
Interview bei labkultur.tv (22.07.2010) von Philip Stratmann. Die zum Kulturhauptsdtajahr eingerichtete »Labkultur«-Seite mit Interview sind über die Wayback-Machine abrufbar.

Charta für nachhaltiges Design

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TopTen Meeresmüll Boot 2017

»TOP TEN« Meeresmüll Präsentation auf der Boot 2017 in Düsseldorf
Auf der Boot-Messe zeige ich bis zum 29.1. beim VDST (H3 Stand 53/54) bei Umwelt & Wissenschaft exemplarisch die TOP TEN der UN der zehn häufigsten Meeresmüll-Objekte sowie Funde mit Düsseldorfbezug (alles vom Rhein km 744–745) – das passt gut zum neuen Portal Gewässerretter, das neu auf der Boot präsentiert wird!

Meeresmüll TOP TEN

  1. Zigarettenkippen
  2. Lebensmittel-Verpackungen aus Kunststoff
  3. Trinkflaschen aus Kunststoff
  4. Flaschenverschlüsse aus Kunststoff
  5. Trinkhalme und Rührer
  6. Einkaufstüten aus Kunststoff
  7. Getränkeflaschen aus Glas
  8. andere Kunststofftüten
  9. Papier-Tüten
  10. Getränkedosen

Einige von ihnen sind nur kurz in Gebrauch, überdauern aber teilweise sehr lange, auch da sieben von ihnen aus Kunststoff bestehen! UN-Report: UN report finds marine debris is harming more than 800 species, costing countries millions. UN-Report MARINE DEBRIS (PDF)

Weggeworfen, verloren, auf Reisen geschickt, gesucht, gefunden...
Alles wirkt auf seine Art und Weise auf Mensch und Umwelt. Die Objekte erzählen dazu viel über unser (Konsum)Verhalten, unser Leben, historisches (Siedlungsgeschichte, hier die Düsseldorfs): Gegenstände gelangen absichtlich wie unabsichtlich in den Fluss und früher oder später ins Meer, denn über unsere Flüsse sind wir alle mit dem Meer verbunden!

Rheinkilometer 744–745
Ich lebe seit einigen Jahren in dieser Stadt. Ich mag Städte am Wasser zu sein, bin gern am Rhein. Immer wieder mache ich am Rheinufer an der Oberkasseler Brücke kurze Spaziergänge. Damit es nicht in Stress ausartet und für mich als einzelne machbar ist, dauern meine »Müll-Spaziergänge« meist nur 20 Minuten: Ich sammle ihn (im Sommer stehen überall Tonnen der Stadtreinigung, im Winter ist es schwieriger), wiege ihn mit einer Handwaage und notiere Besonderheiten. Oft mache ich dies bei Niedrigwasser nah der Wasserkante (da dort der Müll schneller wieder im Fluss landet) und am Spülsaum (wo sich mehr künstliches, als natürliches Material befindet). Funde erzählen immer Geschichten: Rheinfunde rausgeholt und bei naemirey twittere ich immer wieder dazu!

Ich habe auch bei Strandreinigungen mit anderen mitgemacht und immer wieder sammle ich bei Tauchgängen in unseren Baggerseen in der Gegend mit meinen Buddies Gegenstände, die sich im Wasser als Müll befinden (Tipp für Taucher: Sammelnetz und Schere einpacken und Clean-Up auf Rückweg zum Einstieg machen, dann ist die Chance am größten, dass die Buddies auch mitmachen wollen :-) !) Generell gilt für VDST-Taucher: »Was man an den See mitnimmt, nimmt man auch wieder mit nach Hause!«

Ich befasse mich mit UW-Archäologie (habe den NAS II, bin u.a.Multiplikatorin für Denkmalgerechtes Tauchen / Kontakt TSV NRW) und interessiere mich für Stadtgeschichte. Bereits vor einigen Jahren brachte ich am Ufer gefundene Scherben zur Bestimmung ins Hetjens-Museum, durfte sie behalten und erfuhr etwas mehr über die Herkunft einiger der Objekte. Bei den Kursen für Denkmalgerechtes Tauchen sind sie ein Beispiel am Rande für Funde ohne Fundzusammenhang. Sie sind typisch für die Siedlungsgeschichte dieser Stadt: Fragmente von Fayencen, Vorratsbehältnisse aus Westerwälder Steinzeug, Wandscherben von Mineralwasser- oder Bitterflaschen (wurden im 19. Jh. genutzt), (Weckmann)Pfeifen aus Gips oder Ton, Porzellan (z.B. Strohblumenmuster, möglicherweise Porzellanfabrik Moschendorf). Berichte für meinen Tauchverein TSG Grevenbroich. Stadtgeschichte Interessierten empfehle ich den Besuch des neuen ArcheoPoint (neue U-Bahnstation Heinrich-Heine-Allee /Königsallee) und des Stadtmuseums in Düsseldorf (inklusive Mammutzahn :-)!

Was kann man tun?
Jeder kleine Schritt zählt! Auf der »Boot« wird das Portal mit APP »Gewässerretter« vorgestellt, eine Initiative von NABU, Deutschem Kanu-Verband, VDST und Deutschem Segler-Verband! Am VDST-Stand gibt es weitere Information zu Kursen wie »Tauchen für den Naturschutz«, über weitere Aktivitäten des NABU – aber auch zur Unterwasser-Archäologie. Die Gewässerretter sind zusätzlich in Halle 4 (Pixelworld) auf der großen Sonderausstellung der Meeresschutz-Initiative »Love your Ocean«. Dort erfährt man mehr über Mikroplastik, kann an Binokularen Proben aus deutschen Flüssen (Elbe, Rhein, u.a.) sichten (und selber Gewässerproben mitbringen!) und erfährt aktuelle Forschung und Studien. Ausgestellt ist auch der »Seehamster«, ein Katamaran, mit dem Gewässer von Müll gereinigt werden können. Themen des Stands sind auch Wirtschaft und Gesellschaft, es gibt einen Recycle Workshop, ein Research Cockpit, eine Hörstation mit Meeresgeräuschen, Infos über Forschungsschiffe und Green Building/Electro Power. Das letzte Thema wird vertieft, denn am 24. Januar 2017 eröffnet S.D. Fürst Albert II von Monaco im CCD das zweite Meeres-Symposium der Deutschen Meeresstiftung über »Zukunftsfähige Antriebe und nachhaltige Komponenten im Yacht-, Boots- und Schiffbau«.

Und jeder kann etwas tun (im Verein, für Lokale Agenda, an Schule und Arbeitsplatz, bei Initiativen und Verbänden,...). Auf der UN-Seite zu den Sustainable Development Goal stehen Policy recommendations, sie lauten sinngemäß:

Empfehlungen

Information »TOP TEN« Meeresmüll Präsentation auf der Boot 2017 in Düsseldorf (PDF)

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Neues Jahr 2017

Ich wünsche allen ein friedvolles und gesundes Neues Jahr – Happy New Year!

ökkoRAUSCH Logo

Nachhaltiger Messeerfolg in Köln - AGD @ ökoRAUSCH 2012

Rund 2.500 Besucherinnen und Besucher kamen während der Festivalwoche ins Museum und sahen die Ausstellung »identify«, die innovative Produkte, Konzepte und Projekte verschiedener Design- und Kunstdisziplinen zeigte. Kölns erste grüne Bürgermeisterin Angela Spitzig und Initiatorin Dunja Karabaic eröffneten die Schau in Anwesenheit von Ehrengästen.

Wie in den letzten Jahren auch war auch die AGD bei verschiedenen Formaten des Festivals  dabei:

 Ein Highlight des Festivals war das Symposium ­»identify – Wandel durch Gestaltung« für die Design- und Kreativszene. Es widmete sich der Frage, welchen Beitrag Design zu einem positiven Wandel der Gesellschaft leisten kann. Dorothea Hess stellte bei »Unternehmens-auftritt und Büroalltag« unter anderem die AGD Charta für nachhaltiges Design, die »earth-Colors®« und aktuelle Arbeiten aus einer Initiative des Seminars Typografie im Winter-semester 2011/12 an der HAWK Hildesheim vor. Die Studenten gestalteten bei Professorin Ursula Knecht Plakate nach der AGD Charta für nachhaltiges Design.

Katja M. Becker und Wanja Schnurpel veranstalteten einen Workshop zu erfolgreichem, nachhaltigem Unternehmertum unter dem Titel »Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit – Gegensatz oder Schlüssel zum Erfolg«. Abends feierte mit dem »Brutkasten« ein neues Format Premiere. Der Wettbewerb fördert nachhaltige Design-Unternehmerinnen und -Unternehmer und ihre spannenden Lösungsansätze für soziale und ökologische Problemlagen. Unter den acht Pitchern des von Hauptsponsor GLS-Bank getragenen Wettbewerbs war Martina Bacher mit www.Umweltblick.de. Sie hat ihr Portal über Ökologie, Umweltschutz und Nachhaltig-keit erst Anfang April 2011 gestartet und verzeichnet seitdem rasant steigende Besucher-zahlen.

Die mit vielen Aktivitäten und Veranstaltungen angefüllte Woche endete im Museum mit der Finissage der Ausstellung und Impulsvorträgen zum Thema mit einem Worldcafé mit GLS Bank, urgewald und Service Learing der Uni Köln. Anschließend erfolgte die Preisvergabe an die Brutkasten-Gewinner: Diego Gardon bekam mit seiner Wildkräuter-Kiste als Sieger den meisten Zuspruch, den Publikumspreis erhielt Paul Ketz für seinen Pfandring, einem funktionellen Zusatz für öffentliche Mülleimer zum Pfandsammeln.

Mehr über die beteiligten AGD Mitglieder:

ökoRAUSCH 2012 –Impressionen

Gruppe draussen ökoRAUSCH 2012
ökoRAUSCH 2012: Wanja Schnurpel, Dorothea Hess, Naemi Reymann, Katja M. Becker

Ausstellungsraum ökoRAUSCH 2012 A Spitzug D Karabaic Eröffnung ökoRAUSCHAusstellungseröffnung: Angela Spitzig (Bürgermeisterin) & Dunja Karabaic (Initiatorin)
Gruppe ökoRAUSCH 2012 Angela Wiegand Sitz ökoRAUSCH 2012
Martina Bacher, N. Reymann,Wanja Schnurpel & Katja M. Becker; Sitz (Angela Wiegand)

Foyer ökoRAUSCH 2012 Naemi Reymann green it ökoRAUSCH 2012
»green it« (Naemi Reymann) vor dem Foyer mit Reisspeicher des Rautenstrauch-Joest-Museums in Köln, Naemi Reymann mit Objekt »green

Wanja Schnurpel und Katka Becker ökoRAUSCH 2012 sophie Heins ökoRAUSCH 2012
Wanja Schnurpel und Katja M. Becker; Nachhaltigkeits-Berichte (Sophie Heins)


Die ökoRAUSCH

Rund 2.500 Besucher besuchten das ökoRAUSCH Festival für Design und Nachhaltigkeit vom 7. bis 14. Oktober 2012. In seinem fünften Jahr fand es an einem zentralen neuen Austragungsort statt: Im Forum VHS im neuen Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt in Köln

Die ökoRAUSCH — Festival für Design & Nachhaltigkeit bietet seit 2008 eine einzigartige Plattform zur Förderung und Sichtbarmachung von nachhaltigem Design in Deutschland. Jedes Jahr aufs Neue stellt sich die Veranstaltung der Herausforderung, die unterschiedlichsten Aspekte von Design und Nachhaltigkeit zu beleuchten. Sie ist offizielles Projekt der UN-Dekade »Bildung für nachhaltige Entwicklung« 2012/2013 und versammelte auch in diesem Jahr die Pioniere der wachsenden Szene und präsentierte sie einem breiten Publikum.

Die vom NRW-Wirtschaftsministerium geförderte Ausstellung »identify« wird sehr wahrscheinlich als Wanderausstellung auf Reisen gehen. Die AGD freut sich schon auf die nächste ökoRAUSCH!

Text: Naemi Reymann, Katja Becker, Bilder: Werner Paulussen, Naemi Reymann

Quicklinks zur ökoRAUSCH
www.oekorausch.de (Hier Verlinkung zu Archivseite 2012)
www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum

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Nachlese ökoRAUSCH 2011 – AGD präsentiert nachhaltiges Design

AGD Stand oekoRAUSCH 2011

Rund 2.400 Besucher folgten am 24. und 25. September 2011 den grünen Fahrrädern und Rasenpfeilen zu den Hallen der ehemaligen 4711-Seifenfabrik in Köln Ehrenfeld – trotz des warmen spätsommerlichen Wetters.

Neben Möbeln, Taschen, Mode und Accessoires war auf der Designmesse auch die Allianz Deutscher Designer AGD mit einer Gruppenausstellung präsent: Gezeigt wurden Konzepte und Produkte nachhaltiger Gestaltung von Unterzeichnern der AGD Charta für nachhaltiges Design sowie die Charta selbst.

Der Stand der AGD, sehr günstig platziert direkt neben dem Eingang zum Vortragsraum, war gut besucht. Oliver Haase-Lobinger, Dorothea Hess, Norbert Heyl, Eva Kräling, Maria Müller-Lopéz, Naemi Reymann, Volker Riedel und Markus Schmid übernahmen an den beiden Tagen die Standbetreuung - danke sehr!

Gut besucht war auch die Themenzusammenstellung des ökoRAUSCH Symposiums: Besonders der Auftakt zur Roadshow »11 Impulse für Morgen« vom Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes war ein Highlight des Symposiums, so Dunja Karabaic. Für Designerinnen und Designer waren die Beiträge von Dr. Sascha Peters (Haute Innovation) und Sven Wüstenhangen vom Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik echte Highlights.

Die Charta der AGD, auf dem Symposium ausführlich vorgestellt von Dorothea Hess AGD, wurde mit großem Interesse wahrgenommen – während des Vortrags wurde viel mitgeschrieben. Gezielte Fragen zeigten, dass bei dem Thema Design und Nachhaltigkeit noch viele Fragen im Raum stehen und umfassender Informationsbedarf besteht.

Die ökoRAUSCH ist auch im vierten Jahr eine in Deutschland einzigartige Messe, die als Pionier in Sachen Nachhaltigkeit und Design Zeichen setzt. 2012 wird das Engagement in Richtung Bildung und Partizipation weiter ausgebaut. Für Organisatorin Dunja Karabaic ist es nach wie vor eine Herausforderung, die Balance zwischen Konsum und Inhalt gut auszutarieren, doch die Mischung aus Verkaufsplattform und Informationsveranstaltung hat sich als richtiger Weg herausgestellt.

Wir freuen uns auf das nächste Jahr, ganz herzlichen Dank an alle Unterstützer!


Text: Dorothea Hess, Naemi Reymann, Anja-Dorothee Schacht-Kremsier

Screen Blaues Gold

Die AGD Präsentationen der nachhaltigen Designprojekte, zusammengestellt von Anja Schacht-Kremsier, für die ökoRAUSCH 2011.

Hier der Screenshot aus meiner Arbeit »Blaues Gold«
Sie können die Präsentation bei slideshare ansehen.

Impressionen und weiterführende Links

Barthonia Forum ökoRAUSCH 2011 Fahrrad Leitsystem ökoRAUSCH 2011
ökoRAUSCH 2011 ökoRAUSCH 2011
Agd Stand ökoRAUSCH 2011 AGD Stand ökoRAUSCH 2011
AGD-Stand zeigt Charta-Arbeiten; Volker Riedel, Dorothea Hess & Naemi Reymann

Fotos: Naemi Reymann (Anm. Im ursprünglichen Artikel befanden sich u.a. auch Fotos von O. Haase-Lobinger und ökoRAUSCH)

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Design punktet! Welche Wettbewerbsvorteile Design den Kunden bringt

Passendes Design kommuniziert den Wert und erreicht die Richtigen
Design kommuniziert beim Kaufprozess ein Leistungsversprechen und gibt den Zielgruppen einen entscheidenden Kaufanreiz. Ganz gleich ob Supermarkt oder Feinkostanbieter — beide sprechen durch ihre Gestaltung ihre Kunden an.

Besseres Design steigert den Wert und/oder reduziert Kosten
Das Unternehmen Apple setzte früh auf gutes Design und gilt — seitdem die Apple-Aktie Ende Februar 2012 die 545 US-Dollargrenze überschritt mit einem Kurswert von mehr als einer halben Billion Dollar — als wertvollstes Unternehmen der Welt.

Andere steigern ihre Erträge durch geringere Streuverluste, weniger Rückfragen oder Reklamationen. Ingvar Kamprad bot als Trendsetter bereits 1956 Ikea-Möbel zum kostengünstigen Selbstbau an, reduzierte seine Transport- und Produktionskosten (nach Thonet-Vorbild) und bietet mittlerweile schlüsselfertige Häuser und demnächst Solarpaneele an. Ikea machte Design massentauglich: Durch hohe Auflagen und gestützt durch Sonderkollektionen namhafter Designer (wie Hella Jongerius, James Irvine und Newcomern).

Konsistentes Design führt zu Wiedererkennbarkeit
Die Warenvielfalt ist groß, die Anbietermenge auch, aber die Kaufkraft des Kunden ist die begrenzte Ressource. Design kann in diesem Prozess ein Leistungsversprechen kommunizieren und Zielgruppen den entscheidenden Kaufanreiz geben, binden, Emotionen ansprechen. Wenn sie zu Marken (oder gar Klassikern) werden ist die Bindung stark. Design ist Vermittler — nicht nur bei Ernährung (Supermarkt oder Feinkost?), Mobilität (Käfer oder Porsche?) oder Kommunikation (iPhone oder Android?).

Design ist ein hervorragendes Marketing-Instrument
IKEA macht es vor und forciert die Wiedererkennung, indem geziehlt Kundennähe hergestellt wird, wie durch die Nutzung im Kinderparadies oder Restaurant, Produkt-Platzierung in Vorabendserien oder ein eigenes Musical. Ebenfalls durchdesignt ist IKEAs Social-Media-Einsatz mit Webblogs, Facebook, Twitter, Shopseiten und Communities. Denn auch gut gestaltete und verständliche Benutzeroberflächen von Online-Shops steigern Konversionsraten.

Design als Innovations- und Wachstumsmotor
Die »…nachhaltige Integration von Design in die Unternehmensstrategie [hat] nachweisbar positive Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Umsatz- und Profitentwicklung eines Unternehmens sowie für die Erschließung neuer Märkte«.
So lautet das Resümee der aktuellen Studie »Wachstumstreiber Designfokus« (2011) des Rats für Formgebung aus seinem Mitgliederumfeld. Die Untersuchung bestätigt bereits existierende Studien aus Großbritannien von British Council (2007) und Dänemark des Danish Design Centers (2010).

Und um den Blick in die USA zu wenden: Apple wurde nicht zuletzt auch so erfolgreich durch das ständige Finden neuer Lösungen und Produkte, unbesetzter Geschäftsfelder und Marktsegmente: Das Angebot, Musik einzeln anzubieten oder minimalistische Nutzerflächen wie iPod, iPad oder iPhone.

Erfolgreich ist auch universelles Design, das Nutzung im größtmöglichen Umfang ermöglicht, beispielsweise barrierefreie Webseiten, die oft besser für Suchmaschinen optimiert und auf diversen mobilen Ausgabegeräten abrufbar sind. Und klare Leitsysteme leisten in Gebäuden oder an Waren im Alltag wie im Notfall klare Orientierung.

Gutes Design ist gute PR
Messbar wird der Wettbewerbsvorteil durch gute Gestaltung auch durch erfolgreich gewonnene Designpreise. Das Unternehmen Hansgrohe, das seit langem eng mit seinen Designern zusammenarbeitet, beispielsweise versteht Design seit langem als zentralen Teil seines unternehmerischen Selbstverständnisses. Design, technologische Innovation und Qualität — auch im Sinne der guten Bedienbarkeit und Langlebigkeit der Produkte — gehören für Hansgrohe untrennbar zusammen und werden auch als wichtiger Innovationstreiber angesehen. Die zahlreichen Auszeichnungen werden auch in der Kommunikation genutzt (und dienen auch als Orientierung für den Kunden).

Designer können also punkten! Als Berater, Kommunikatoren und kreative Gestalter dieser Wettbewerbsvorteile — maßgeschneidert übertragen auf die Marktsituationen und Möglichkeiten ihrer Kunden. (Der Artikel erschien erstmals in der AGD zweiviertel 2012)

Weitere Infos / Ergänzungen von mir habe ich auf dieser Seite teilweise kursiv gesetzt!

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T.A.I.B.: Naemi Reymann und ihr »green sustainable Design« 07/2010
Serie: CREATIVE QUARTERS RUHR – von Philip Stratmann für www.labkultur.tv, 22.07.2010

Bochum Total und T.A.I.B., da fallen zwei Dinge zeitlich und örtlich zusammen, die nicht so recht zusammen gehören wollen. Und während sich bei Bochum Total 180.000 Menschen durch Bochums Straßen zwängen, kann man im T.A.I.B. quasi gegenüber gemütlich in Sitzkissen liegen und sich dem Projekt des Tages widmen: Gestern zeigte die Düsseldorfer Designerin Naemi Reymann eine Szenographie zum Thema »Wasser«.

»Ich habe mich schon beim Aufbau an dem Projekt beteiligt. Teilweise haben wir hier bis drei Uhr nachts gearbeitet«, erzählt sie. Aus der Beteiligung am Aufbau ist durch ihre eintägige Szenographie eine künstlerische geworden.

»Virtuelles Wasser«, »Wasserfußabdruck«, hinterher ist man immer schlauer und nun weiß ich, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt. Während sich eine großflächige Wand über Zitate dem Verhältnis der Menschen zum Wasser widmet, gibt es auch ganz empirische Dinge zu entdecken. Zum Beispiel, wie viel Wasser es braucht, um einen Pfund Kaffee herzustellen oder eine 1kg schwere Jeans (unglaubliche 31.000 Liter 11000 Liter) – zumindest wenn die Zahlen einbezieht, die es braucht, um die zur Produktion notwendigen Rohstoffe herzustellen. Im Falle der Jeans braucht es allein 85% für die Bewässerung der Baumwolle. So lernen wir: Wasserverbrauch ist ja gar nicht das Problem, aber mit ein bisschen Hintergrundwissen kann er spürbar gesenkt werden. Die Tomaten aus den Niederlanden werden zweifellos weniger bewässert werden müssen als in Ägypten. Kauft man Tomaten aus Ägypten ist der »virtuelle« Wasserverbrauch somit höher als bei denen aus den Niederlanden.

Als Designerin hat sich Naemi eine dem Thema entsprechende interessante Nische gesucht. Sie betreibt selbstständig Designberatung und Gestaltung für Kultur, Umwelt und Soziales. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Druckmaterialien klimafreundlich produziert werden. »Mit dem aktuellen Bochum Total-Programmheft gibt es da gerade das passende Beispiel. Das ist sogar klimaneutral produziert worden.« Hinzu kommt aber auch eine entsprechende Ausrichtung der Kampagnen, die Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit in ihre Botschaften mit aufnehmen sollen. Und natürlich konkrete Handlungsmaßnahmen, wie die Unterstützung lokaler Anbieter, u.a. um lange Transportwege zu vermeiden. Naemi lebt derzeit noch in Düsseldorf, findet aber über T.A.I.B. und einige Aufträge auch zunehmend Anschluss ans Ruhrgebiet. Den Kontakt gibts am besten übers Web: www.reymann-design.de

Kleine schöne Geschichte am Rande: Meine Kamera hab ich zum Glück dabei, leider aber nur ein fürs T.A.I.B. gänzlich ungeeignetes Standardobjektiv. Während ich fotografiere, bietet mir ein netter Mensch sein Weitwinkel als Leihgabe an. T.A.I.B. sorgt also auf jeden Fall für Kommunikation und Austausch. Hiermit vielen Dank an den netten Fotografen!
Posted: Do, 22.07.2010

Kommentare:
naemi (nicht überprüft), 17. Juli 2010 - 19:11
t.a.i.b./ Reymann und BTotal
Hallo, durch meine in Bochum lebenden Eltern erfuhr ich von dem Bochumer Deal mit dem Abwassernetz, das trotz Protesten mit dem unbekannten Investor in den USA zustande kam. Im Rahmen der Ruhrpost.2010 Kampagne habe ich eine Postkarte zu den Cross-Border-Leasing-Geschäften im Revier gestaltet: www.ruhrpost2010.de > RUHRKOHL€ – Ein starkes Stück... beste Grüße, Naemi Reymann

fesel (nicht überprüft), 17. Juli 2010 - 7:02
passt zusammen?
Stimmt: Reymann und BTotal = eine Gleichzeitigkeit des Konträren. Und doch passt dies irgendwie doch genau: Mit T.A.I.B. sollte ein Raum für Neues in Bochum entstehen, Neues auf einer Brache. Das klappt schonmal. Warum könnte Reymann nicht die Stadt Bochum in Sachen "WasserDesign" beraten? Genau hier auf dieser Fläche, in der eine Abwasserkanal-Frage seit Jahren den Fortschritt ein Beinchen stellt. Mehr Ironie geht nicht, finde ich.

 

Bereits 2009 habe ich die Charta für nachhaltiges Design der AGD unterzeichnet:

Charta für nachhaltiges Design
Die Charta für Nachhaltigkeit im Design der AGD im Wortlaut und zum Download.
1. Einführung
Designerinnen und Designer sind in hohem Maße mitverantwortlich dafür, wie unsere Welt gestaltet wird. Design prägt, Design ist Vorbild und schafft neues Bewusstsein. Design verbraucht Ressourcen – manchmal mehr, manchmal weniger. Dem nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen, mit der Umwelt und mit den Menschen, die noch über Generationen in dieser Welt leben können sollen, muss Design gerecht werden.

2. Nachhaltiges Design ist ein Prozess

Wir begreifen nachhaltiges Design als Prozess. Nicht das 100%-nachhaltige Produkt steht im Vordergrund, sondern die schrittweise Verbesserung der bestehenden Produkte und Prozesse.

3. Dimensionen nachhaltigen Designs
Nachhaltiges Design ist:
• materialeffizient und materialgerecht
• energieeffizient
• schadstoffarm
• abfallarm beziehungsweise abfallvermindernd
• langlebig
• recycling- und entsorgungsgerecht
• logistikgerecht
• nutzungsgerecht
• sozial verträglich
• wirtschaftlich und erfolgreich

4. Gemeinsam mit dem Kunden
Die Unterzeichner streben an, gemeinsam mit dem Auftraggeber individuelle nachhaltige Konzepte für Design, Produktion und Nutzung zu entwickeln. Die Beratung von Auftraggebern ist ein wichtiger Baustein für die Umsetzung von nachhaltigem Design.

5. Sozial nachhaltig
Nachhaltiges Design berücksichtigt die Arbeits- und Lebensbedingungen der am Entstehungsprozess beteiligten Menschen, erhält die Lebensräume von Menschen und Tieren und unterstützt sozial verträgliche Löhne und Arbeitsbedingungen. Ziel nachhaltigen Designs ist es auch, ausbeuterische Kinderarbeit und gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen zu vermeiden.

6. Die Unterzeichner der Charta verpflichten sich,
• sich im Sinne des nachhaltigen Designs weiterzubilden,
• energiesparende Produktionsweisen anzustreben,
• den Verbrauch natürlicher Ressourcen einzuschränken,
• bei der Beratung der Kunden auf ein möglichst umweltschonendes und
• sozial vertretbares Design sowie ressourcenschonende Produktionsweisen und Materialien
hinzuwirken,
• auf Langlebigkeit und einfache Benutzung zu achten.

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